| Bei dem blauen Trabi handelt es sich sozusagen um das Topmodell - ein 601S de Luxe Universal. Der kostete neu knapp 13 000 Mark. Das Standard-Modell war für unter 10 000 zu haben. Wegen der langen Wartezeit lag der Preis für gute Gebrauchtwagen teilweise höher als der Neupreis. Wer also ein mal einen Neuwagen bekommen hatte, konnte diesen fast ohne Wertverlust nach einigen Jahren weiterverkaufen und sich den nächsten Neuwagen abholen, ohne dabei Geld auszugeben. Von daher gesehen war das mit den Wartezeiten nicht so schlimm, wie es sich erst mal anhört. Zumal man sich als 18jähriger ja normalerweise eh keinen Neuwagen kauft. Die Wartezeiten gewährleisteten immerhin, dass sich nicht nur die reicheren, sondern potentiell alle Bürger ein Auto leisten konnten, trotz mangelhafter Verfügbarkeit. Dieser Mechanismus ist gerechter, als mangelnde verfügbarkeit über steigende Preise zu regulieren. Heute, im Zeitalter von Klimawandel und Ressourcenknappheit, sollte man sich über solche Dinge mal wieder Gedanken machen! Ich möchte die DDR aber nicht schöner reden als sie war: Mangelwirtschaft bestand ohne Zweifel, die Technik war veraltet, Ersatzteile fehlten oft, die Tankstellen überfüllt, die Werkstätten überlastet, die Straßen in schlechtem Zustand. |